Spessartbundfest: Wimpel, Wein und Gesang
Ortsgruppen feierten jährliches Treffen und 50. Geburtstag in Hörstein
Spessart (sg). Aus dem gesamten Spessart und seinen Randgebieten kamen vergangenen Samstag Wanderer und Spessartfreunde im historischen Alzenau-Hörstein zusammen. Dorthin hatte der Spessartbund die Spessartbundfamilie zu seinem 87. Bundesfest eingeladen. Bunte Ortsgruppen, illustre Gäste und eine tolle Band trugen zum lückenlosen Gelingen bei.
Höhepunkt des Fests war neben dem traditionellen Einmarsch der Standartenträger die feierliche Wimpelübergabe, bei der die Ortsgruppe des vorjährigen Austragungsortes den Bundeswimpel an die neue Ortsgruppe überreicht. Michael Hildebrandt, Vorsitzender des Wandervereins „Reuschbergler Hörstein“ strahlte über das ganze Gesicht, als er den Wimpelbaum in Empfang nahm. Zu den Dankesworten an die aktiven Mitglieder würdigte er drei besondere Frauen, Gründungsmitglieder des Vereins: Adelinde Maxrath, Hannelore Ritter sowie Maria Staab.
Weitere Ehrungen und Grußworte standen auf dem Programm. Der Präsident des Spessartbunds, Prof. Dr. Winfried Bausback, dankte dem Verein für seine Arbeit und freute sich über das schöne Wetter („Jeder bekommt das Wetter, das er verdient.“), der Bürgermeister der Stadt Alzenau, Stephan Noll, betonte die besondere Heimatverbundenheit der Hörsteiner und Landrat Dr. Alexander Legler unterhielt mit einer kurzweiligen Rede auf seine ihm ganz eigene, bescheidene Art. „Liebe Spechte“, begrüßte er die fast 200 Anwesenden. „Ihr macht das schon ganz richtig hier. Ich danke euch auch für euren Beitrag zum Naturschutz und finde, Wandern und Wein ist eine ganz exzellente Kombination und zeigt die Verbundenheit zur Natur.“
So saßen dann auch einige „Spechte“ auf einem kleinen Damm unter Weinreben in lauschigen Nischen und ließen es sich gut gehen. Dies ist der Winzergenossenschaft geschuldet, die ihr ansprechendes Gelände für die Feierlichkeit und für das Jubiläumswochenende zum 50. Geburtstag der „Reuschbergler“ zur Verfügung gestellt hatte. Den ganzen Tag über sorgte dort die Band „Rock Oaks“ mit ihrer Mischung aus Alpenrock und Reggaesound für ausgesprochen gute Stimmung.
Bereits am Vormittag hatte Gäste- und Weinerlebnisführerin Jeanette Kaltenhauser bei ihrer einstündigen Familienführung darauf hingewiesen, dass früher fast jede Familie im Ort einen kleinen Weinberg bewirtschaftet habe. Anschließend begab sie sich mit dem Wandernachwuchs auf Spurensuche – ganz kindgerecht und mit allerlei Anschauungsmaterial.
Bereits eine halbe Stunde früher waren fast 30 „Spechte“ zum 8-Kilometer-Spendenlauf „Walk4Unicef“ aufgebrochen. Unter dem Motto „Wandern gegen die Wasserkrise“ unterstützt das Kinderhilfswerk so weltweit Projekte für sauberes Trinkwasser. „Das ist jetzt schon das dritte Mal, dass wir so einen Spendenlauf mit dem Spessartbund machen. Wir haben uns damals gedacht, ´Wandern für den guten Zweck´, das können wir doch auch“, informierte Burkard Fleckenstein, Leiter der Unicef-Arbeitsgruppe Aschaffenburg, und führte die Gruppe – Wie kann es anders sein? – in die Weinberge mit fantastischen Panoramablicken.
Und das kommende Spessartbundesfest? Das wird auf der Burg Gamburg im lieblichen Taubertal stattfinden. Hausherr Goswin von Mallinckrodt persönlich lud die Spechte ein und warb mit einem geschichtsträchtigen Ort, den Barbarossa-Fresken im Rittersaal, einem barocken Garten und dem ersten Europäischen Kulturweg in Baden-Württemberg. Folglich vormerken: Sonntag, 18. Juli 2027, 11 bis 18 Uhr.
Text und Bilder: Sabine Graf













