Neuer Hauptjugendwart im Spessartbund
Severin Willig übernimmt Jugendarbeit
„Das Draußensein hat sich bisher durch mein ganzes Leben gezogen“, sagt Severin Willig. Seit März ist der 33-Jährige aus Hösbach der neue Hauptjugendwart im Spessartbund und damit formal zuständig für die etwa 1.000 Kinder und Jugendlichen, die in den Ortsgruppen organisiert sind.
Trotz seiner jungen Jahre ist Severin bereits ein echtes Spessartbund-Urgestein: Seit er denken kann, ist er Mitglied in der Ortsgruppe seines Heimatorts Hain, einem Ortsteil von Laufach. Seine Eltern nahmen ihn schon früh mit auf Wanderungen – so war er bereits als Kind viel draußen unterwegs. Auch sein Großvater war leidenschaftlicher Wanderer und mit den Dämmer Wanderern aktiv.
Wandern als Mittel der Begegnung
Diese Leidenschaft hat er sich bis heute bewahrt: Für Severin bedeutet Wandern vor allem Begegnung mit Menschen und stärkt die Gemeinschaft. Es bietet aber auch neue Eindrücke und Erfolgserlebnisse – etwa, wenn man eine lange Tour bewältigt oder einen Gipfel erklimmt. Nicht zuletzt ist Wandern für ihn eine Möglichkeit abzuschalten und ein wertvoller Ausgleich zum Alltag.
Vom Mitwanderer zum Jugendwart
Doch wie kam es zum Schritt vom Mitglied zum Amtsträger? „Zunächst war ich einfach Mitwanderer. Irgendwann habe ich dann in unserem Wanderheim in Hain beim Bedienen mitgeholfen. Als 2024 die Stelle des Jugendwarts vakant wurde, habe ich mich bereit erklärt, das Amt zu übernehmen, weil mir der Verein am Herzen liegt.“
So fand jemand in eine Aufgabe, die wie für ihn geschaffen scheint: Als Leiter der Datenanalyse in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kümmert sich Severin auch um Auszubildende und Trainees – also um junge Menschen auf der Suche nach Orientierung. Menschen, die jemanden brauchen, der sie ein Stück ihres Weges begleitet und darauf achtet, dass sie nicht vom Kurs abkommen.
Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen
„Ich kann gut reden und junge Menschen begeistern. Als Lehrbeauftragter an Universitäten habe ich gelernt, Inhalte verständlich zu vermitteln und den Zugang zu erleichtern.“ Mit diesen Fähigkeiten hat Severin bereits in Hain als Jugendwart erfolgreiche Kinder- und Familienarbeit geleistet. So gibt es einen Kinderwanderplan mit acht bis zwölf Wanderungen pro Jahr sowie zusätzliche Angebote, denn mit reinem Wandern allein lassen sich viele Kinder nicht begeistern. Er organisiert Ausflüge, Palmhasenwanderungen, Geocaching oder Bogenschießen.
„Anfangs kam nur eine Handvoll, aber zuletzt waren es 35 Teilnehmende! Man braucht einen langen Atem und muss Zeit investieren. Aber dann gelingt es auch, junge Menschen mitzunehmen.“
Mehr als nur Wandern
Diese Erfahrungen möchte Severin nun als Hauptjugendwart in den gesamten Spessartbund einbringen. Gemeinsam mit einem vierköpfigen Jugendbeirat will er vor allem die Ortsgruppen in ihrer Jugend- und Familienarbeit unterstützen. Sein Ziel: mehr Zusammenarbeit, neue Formate und zusätzliche Angebote. Wo einzelne Ortsgruppen an ihre Grenzen stoßen, sollen gemeinsame, übergreifende Veranstaltungen entstehen. „Ein bis zwei Programmpunkte pro Jahr mehr von der Deutschen Wanderjugend im Spessart – das ist unser Ziel.“ Geplant sind unter anderem ein Ausflug zum Deutschen Wetterdienst sowie ein Outdoor-Spieletag. Höhepunkt des Wanderjahres wird der Kinderwandertag am 10. Mai in Mespelbrunn sein.
Severin ist überzeugt: „Der Spessart ist mehr als nur Wandern. Am Ende des Tages geht es darum, Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen und die Gemeinschaft zu fördern. Ob Unternehmen oder Verein – ohne Nachwuchs verlieren wir unsere Existenz.“
Text: Michael Seiterle
Severin Willig übernimmt Jugendarbeit im Spessartbund
Foto: Spessartbund
