Scharstein knapp der Zerstörung entgangen
Einer der bekanntesten Spessartbildstöcke hielt Wintersturm stand.
Dammbach-Wintersbach. Der Scharstein im Wald oberhalb Wintersbach hat schon fast ein halbes Jahrtausend allen Stürmen getrotzt, die über die Spessarthöhen hinweggebraust sind. Doch in diesem Winter hätte es ihn beinahe erwischt, den sagenumwobenen und immer noch geheimnisvollen Bildstock am Weg von der Heimbuchenthaler Martinskirche zur Krausenbacher Ferschenmühle. Falls im letzten Sturm das „Wilde Heer“ mitgeritten ist, hat um den Scharstein herum bestimmt eine Rotte Schutzengel Wache gehalten: Zart rosa leuchtend in den Strahlen der Frühlingssonne steht das Denkmal inmitten des Trümmerhaufens einer zerbrochenen Buche. Der eine Teil der Krone liegt am Boden, der andere Teil hängt noch wie ein Damoklesschwert genau über dem Flurdenkmal.
Ohne die kürzlich erfolgte Reinigung von Moos, Algen und Fechten wäre der altehrwürdige Scharstein in dem Verhau aus Ästen und Zweigen fast nicht zu erkennen. Ob die Behandlung mit dem Hochdruckreiniger gut war, sei dahingestellt. Vielleicht fällt die Aktion unter die Rubrik „gut gemeint, aber …“. Die Jahreszahl 1585, die der ehemalige Dammbacher Pfarrer und Heimatforscher Anton Heußlein am Sockel des Scharsteins entdeckt haben will, ist jedenfalls nicht mehr zu lesen. Bleibt zu wünschen, dass bei der Aufarbeitung des Windbruchs niemand zu Schaden kommt, weder Menschen noch der Bildstock.
Text und Foto: Wolfgang Specht, Wanderfreunde Mespelbrunn-Heimbuchenthal e. V.
