Wer glaubt, dass man beim Wandern mit Schneeschuhen auf die üblichen knöchelhohen Wanderschuhe verzichten kann, sei eines Besseren belehrt. Ein langes schneereiches Wochenende erlebte die 28 köpfige Wandergruppe im Fichtelgebirge. Nach Bischofsgrün unterhalb des Ochsenkopfes (mit 1.024 m der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges) führte die mit Fahrgemeinschaften individuell durchgeführte Anreise. Vor Ort erwartete die Teilnehmer eine bestens auf Wintersport eingestellte Wanderregion. Frische Luft, ausreichend Schnee und mit der Kaiseralm eine hervorragende Unterkunft, die keine Wünsche offen ließ. Am Anreisetag konnte man bereits den in Sichtweite liegenden heilklimatischen Kurort Bischofsgrün, nebst den wohl präparierten Rodel- und Skipisten einen Besuch abstatten. Bei einem leckeren Begrüßungscocktail erfuhren wir Näheres zur Region und den geplanten Schneeschuhwanderungen. Offiziell wurden wir dann vom ersten Bürgermeister, dem Hotelmanagement und Vertretern des FGV Fichtelgebirgsverein begrüßt. Uwe Brüggmann überreichte Gastgeschenke des Spessartbundes. Danach gab es noch einen Lagebericht des Wanderführers zu den geplanten Touren.

Nach einem kräftigenden Frühstück trafen wir uns am Samstag vor dem Hotel zur Ausgabe der Schneeschuhe. Das war schon eine Gaudi bis die Ersten ihre Schneeschuhe angepasst und letztendlich auch an den Füßen hatten. Hier wurde nun dem einen oder anderen klar, dass man mit knöchelhohen Schuhen auf alle Fälle einen besseren Sitz der Schneeteller, die man dann mit sich permanent herum trägt, erzielen kann. Für viele war es der erste Kontakt mit diesem Sportgerät. Dementsprechend bewegten sich manche Teilnehmer etwas unsicher auf den ersten Metern. Passieren konnte es auf alle Fälle, dass man sich sozusagen selbst ein Bein stellte. Ab und an musste man schon dem im Schnee liegenden Wanderfreund hilfreich beim Aufrichten unter die Arme greifen. Je höher wir bei unserer Wanderung auf dem Schneeberg kamen, nahm die Schneehöhe zu. Bis zu 1,50 m lagen hier die Flocken aus Schnee und Eis. Die Bäume trugen ihr winterliches Kleid und stöhnten ab und an wegen der weißen Schneelast. Der eine oder andere Eiskristall stürzte sich in die Tiefe und traf auf die munter vor sich hin stapfende Schneeschuhwandergruppe. Auf 1.000 m gab es einen motivierenden, wohlschmeckenden Schluck einheimischen Beerenlikörs aus dem Rucksack des Wanderführers. So ließ es sich aushalten, zwischen Schnee und einem aufkommenden stärkeren Wind. Der Weg führte uns zum Waldrasthaus Karches, wo uns leckere Schmankerln aufgetischt wurden. Entlang des märchenhaft verzauberten, jungen „Weissen Mains“ ging es wieder zu unserem Ausgangspunkt Kaiseralm zurück. Die Gehzeit von knapp 6 Stunden für die eigentlich schlappen 12 km waren vollkommen in Ordnung, da Aufstieg und Wegstrecke im Schnee zurückzulegen war und manch Wanderer auch aus misslichen Lagen befreit werden musste. Nach der Rückkehr im Hotel luden Sauna und Pool zum Relaxen ein. Am Ende eines wunderschönen Winterwandertages überraschte uns noch das Abendbüffet. Mit einer Vielzahl von Fränkischen Spezialitäten eroberte das Küchenteam das Herz der hungrigen Wandersleute. Zum Abschluss des Abends kamen auch die Musikliebhaber auf ihre Kosten. Das Kaiseralm Duo spielte live zum Tanz auf.

Der Sonntagvormittag wurde dann noch einmal für eine knapp zweistündige Wanderung mit Schneeschuhen rund um Bischofsgrün genutzt. Danach ging es zum gemeinsamen Abschiedsessen noch einmal in das Hotel Kaiseralm.

Damit ging das lange Schneeschuhwochenende zu Ende. Wir bedanken uns u.a. für die angenehme Gastwirtschaft, sowie bei dem hervorragenden Küchenteam, den exzellenten Wanderführern und Co-Wanderführerinnen des Fichtelgebirgsvereins, sowie beim Spessartbund für die Idee und Umsetzung.